Im vorwiegend katholisch geprägten Österreich nimmt der Gründonnerstag eine besondere Stellung ein. Es handelt sich jedoch nicht um einen gesetzlichen Feiertag, wohl aber um ein zentrales kirchliches Fest. Mit dem Gründonnerstag werden in Österreich die Kartage mit Karfreitag und Karsamstag eingeleitet. Man spricht in diesem Kontext auch von den heiligen drei Tagen (Triduum Sacrum) oder den österlichen drei Tagen (Triduum Paschale), die mit dem Ostersonntag enden.
Das Reichen von Brot und Wein als Leib und Blut Christi ist integraler Bestandteil einer jeden katholischen Messe.
Worauf geht der Gründonnerstag zurück?
Der Gründonnerstag verweist direkt auf die Leiden Christi bzw. das letzte Abendmahl vor der Festnahme, Verurteilung und Hinrichtung. Entsprechend besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Geschehen an Gründonnerstag über Karfreitag als Zeitpunkt der Kreuzigung und die Osternacht mit der Auferstehung Jesu. Als höchstes katholisches Hochfest gelten die gesamten drei Tage.
Folgt man dem Evangelium, so feierte Jesus mit seinen Jüngern am Abend des Gründonnerstags das letzte Abendmahl. Das Reichen von Brot und Wein als Leib und Blut Christi ist seither integraler Bestandteil einer jeden katholischen Messe. Des Weiteren wird davon berichtet, dass Jesus seinen Jüngern rituell die Füße wusch.
Wie wird Gründonnerstag gefeiert?
Feiern zu Gründonnerstag finden vor allem im Rahmen der katholischen Messe statt. Das letzte Abendmahl wird traditionell zwischen 16 und 20 Uhr anberaumt. Während des Glorias läuten zum letzten Mal bis Ostersonntag die Glocken, danach behilft man sich vielerorts mit Ratschen, um das Leiden Jesu auch akustisch zu verdeutlichen.
In manchen Kirchen wird das Allerheiligste in einer kurzen Prozession durch die Kirche getragen und auch die Einsetzungen von Priestern finden nahezu immer an Gründonnerstag statt.
Nach der Heiligen Messe wird bis Ostern jeder Schmuck vom Altar entfernt. Zuletzt erhalten Büßer an diesem Tag einen umfangreichen Ablass und Vergebung ihrer Sünden.
Gründonnerstag in Österreich
Der Brauch, an Gründonnerstag grünes Gemüse zu essen, ist besonders in Österreich ausgeprägt. Hier ist es Spinat mit Spiegelei, das in den meisten (christlichen) Haushalten auf dem Speiseplan steht.
Zu Zeiten der Habsburger Monarchie (ca. 1500 bis 1918) wuschen Kaiserin und Kaiser in Erinnerung an die Fußwaschung jeweils zwölf Greisinnen und zwölf Greisen die Füße. Zudem erhielten die teilnehmenden alten Menschen verschiedene Geschenke, darunter einen weißen Lederbeutel mit 30 Silbermünzen, als Erinnerung.
Ebenfalls ein beliebter Brauch in ländlichen Gebieten sind die „Ratschenbuben“. Die Rede ist von Kindern, die mit Ratschen die Gebetszeiten am Gründonnerstag anzeigen und hierfür mit Süßigkeiten belohnt werden. Besonders lebendig ist dieser Brauch in Kärnten und der Steiermark.